7 Gründe, warum uns Taiwan nicht gefallen hat

Taiwan Nachtmarkt

„Wieso gibt es denn noch keinen Taiwan-Bericht auf eurer Seite?“ – diese Frage haben wir nach unserer Taiwan-Rundreise öfters gehört und es wurde Zeit sie zu beantworten. Warum wir zu Taiwan kein richtiges Verhältnis aufbauen konnten und einfach mit dem Land nicht warm geworden sind, erzählen wir in diesem Artikel.

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Erster Zwischenstopp in Taipeh

2018 ging es für uns auf große Auszeit nach Neuseeland. Die Flüge dorthin hatten wir mit China Airlines gebucht. Der Ruf von dieser Fluggesellschaft aus Taiwan ist sehr gut und sie bieten komfortable, serviceorientierte Flüge. Wir waren überaus zufrieden und empfehlen die Airline gern weiter. Aber Achtung: nicht verwechseln mit Air China. Diese chinesische Fluglinie wird im Netz eher schlecht bewertet.

Da wir auf unserer Hinreise einen 18-stündigen Zwischenstopp in Taipeh hatten, nutzten wir diesen um an einer der kostenlosen vierstündigen Stadtrundfahrten teilzunehmen. Ihr könnt sie in Anspruch nehmen, wenn ihr mindestens 8 Stunden Zwischenstopp habt. Die Tour war gut, wenn auch etwas hektisch, aber wir fanden es interessant und freuten uns auf unseren zehntägigen Zwischenstopp auf der Rückreise.

Möchtet ihr mehr von Taipeh sehen? Diese Ausflüge zeigen euch die Stadt mit den Augen der Einheimischen:

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10 Tage in Taiwan reisen

Nachdem wir etwa sechs fantastische Wochen in Neuseeland hatten, ging es zurück nach Deutschland. Aber vorher stoppten wir für zehn Tage in Taiwan, um einen entspannten Strandurlaub zu machen und abschließend etwas Großstadtflair zu bekommen.

Kaum angekommen, ging es vom Flughafen in Taipeh mit dem Schnellzug in den Süden und von dort weiter bis an die südlichste Spitze nach Kenting für eine Woche. Danach fuhren wir zurück in den Norden und verbrachten die letzten Tage vor der Rückreise in Taipeh.

Unsere ausführlichen Reiseberichte dazu werde ich hier verlinken, wenn sie online sind. Dieser Artikel hier soll dazu eher dienen, um uns selbst klar zu werden, wieso uns Taiwan nicht gefiel und dir eine Idee zu geben, wie wir das selbst ernannte Herz von Asien empfunden haben.

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Grund 1: Es graut so grau

Auf der Fahrt mit dem Schnellzug durch die Westküste des Landes sahen wir vor allem eines: grau. Taiwan ist verhältnismäßig klein und die Ostküste ist wild, mit Steilküsten, Bergen und viel Natur, daher hat sich die Bevölkerung größtenteils im Westen angesiedelt. Die Städte hier sind so groß, dass sie teilweise ineinander übergehen und wir meist nicht merkten, wann wir von einer Stadt in die nächste kamen.

Dazu sahen wir so viel Beton und Smog, irgendwie hatten wir das Gefühl auf der etwa dreistündigen Fahrt nur grau zu sehen. Irgendwie trostlos.

Bei unserer anschließenden Autofahrt durch Kaohsiung wurde es nicht besser, Plattenbauten und so unglaublich viel Beton. Nachdem wir die Stadt dann hinter uns gelassen hatten, wurde es besser, denn wir näherten uns den Bergen und dem Kenting National Park. Hier gab es auch mal etwas grün und das Türkis des Meeres ist superschön.

Trotzdem ist unsere Erinnerung eher grau und trist. Schade eigentlich. Aber um Taiwans Ehre zu retten, wir waren nicht an der Ostküste, wo es grüner und natürlicher sein soll. Falls ihr also auf die Insel möchtet und auf traurigen Großstadtflair verzichten könnt, dann fahrt lieber in den Osten oder die Berge.



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Grund 2: Schleichen auf leeren Straßen

Bevor wir in Taiwan mit dem Mietwagen starteten, informierten wir uns die Verkehrsregeln: Auf der Autobahn max. 110 km/h, Innerorts 60 km/h und auf Landstraßen 80 km/h. Daran hielten wir uns natürlich. Nur: es war soooo langweilig. Auf all unseren Fahrten zwischen Kaohsiung, Kenting und in die zahlreichen Orte dazwischen hatten wir die meist vierspurigen Straßen für uns allein.

Taiwan Straßen
Auf dem Weg nach Kenting.

Versteht uns nicht falsch, wir beschweren uns nicht, dass wir nicht im Stau standen oder das wir nicht so schnell wie in Deutschland unterwegs waren. Hey, wir kamen gerade aus Neuseeland, wo wir aufgrund der Straßenverhältnisse größtenteils eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 50 km/h hatten. Von daher waren wir das gemächliche Tempo gewohnt.

Aber wenn du auf einer breiten, sehr gut ausgebauten, gesicherten und einsehbaren Straße nur 80 fahren darfst, wirkt es einfach langsam. Also schlichen wir, zumindest fühlte es sich an, wie schleichen, durch die Lande und fanden es ziemlich langweilig. Übrigens: Das Geschwindigkeitslimit zu überschreiten ist auch nicht empfehlenswert, weil es sehr viele Blitzer gibt.

Taiwan straßen Big Mango
So sieht die Straße nach Kenting aus. Breit und leer. Rechts siehst du „The big mango“. In Neuseeland wäre das eine Sehenswürdigkeit.

Grund 3: Wenn der Nachtmarkt zum Franchise Unternehmen wird

Wir lieben Asiens Nachtmärkte! Wo sonst kann man so ins Leben der Bevölkerung eintauchen, neue Dinge entdecken und einfach mittendrin sein?

Demnach freuten wir uns sehr auf den bekannten Nachtmarkt von Kenting. Und der ist auch wirklich ganz schön. Er ist über einen Kilometer lang und bietet Nacht für Nacht interessante Speisen aus Taiwan.

Kenting Nachtmarkt
Auf dem Nachtmarkt.

Nachdem wir den ganzen Nachtmarkt hinuntergeschlendert waren, fiel uns auf, dass es viele Stände mehrmals gab. Immer mit demselben Logo und derselben Werbung. Um es mal ganz platt auszudrücken, sah es so aus, als gäbe es verschiedene Franchiseunternehmen auf dem Nachtmarkt. Würde man diese aussortieren, hätte sich der Markt vermutlich halbiert.

Das war irgendwie schade und enttäuschend. Am zweiten Abend wussten wir bereits, dass es sich nicht lohnt den ganzen Markt hinunterzulaufen, weil sich die Stände wiederholen.

Trotzdem war der Kenting Night Market nicht schlecht. Es gab viele interessante Sachen zum Testen und wir fanden immer etwas zu essen. Aber es wirkte halt nicht real, sondern künstlich.

Ach ja: Als wir auf einem Nachtmarkt in Taipeh waren, wiederholten sich die Stände nicht. Vielleicht war dieser authentischer oder weniger auf Touristen ausgerichtet? Wir wissen es nicht.

Grund 4: Wo kann man denn hier chinesisch essen?

Apropos Essen. Wir aßen oft auf dem Markt, aber nicht nur, weil wir nichts anderes wollten. Sondern eigentlich eher, weil wir Probleme hatten Restaurants zu finden, die chinesisch servierten. Auf unserem zehntägigen Trip waren wir genau einmal im Asia-Restaurant essen und das war wirklich lecker.

Ansonsten sah es dürftig aus. In verschiedenen Berichten im Netz hatten wir vorher schon von den Problemen gelesen Restaurants zu finden und uns ging es ähnlich. Entweder verstanden wir die Schilder nicht und erkannten die Lokalität gar nicht (95 % der Fälle) oder sie waren geschlossen.

Das war eine frustrierende Erfahrung.

Übrigens: Zum Frühstück gab es bei uns entweder abgepackte Kuchen oder Fertigfutter vom 7 bis 11. Letzteres ist zu empfehlen, es wird sogar aufgewärmt und schmeckt meist sehr gut. Man muss nur Lust auf Pasta, Reis & Co zum Frühstück haben.

Grund 5: Heiß, heißer, Taiwan

Taiwan war das Krasseste, was wir je an Hitze erlebt haben. Am Tag 37° C im Schatten, über 40° in der Sonne. Und nachts waren es auch selten weniger als 30° C.

Wir wussten, dass der Mai ein heißer Monat in Taiwan ist mit Temperaturen um die 30° C. Diese steigen bis zum Juli auf etwa 37° C.  Nun waren wir Mitte Mai dort und es war soooo heiß. Es war unfassbar heiß. Die 37° C haben wir locker erreicht. Ich glaube, ich habe bisher nur einen vergleichbar heißen Tag erlebt und das war Neujahr 2006 in Sydney mit über 40° C. Das fühlt sich übrigens so an, als würde man sein Gesicht direkt in den Haarföhn halten.

Taipeh Sightseeing Chiang Shek Memorial Hall
Aufgrund der Hitze haben wir in Taipeh nur eine Tour mit dem Hop on-Hop off-Bus gemacht. Daher haben wr die beeindruckende Chiang Shek Memorial Hall auch nur vom Weiten gesehen.

Während unseres Taiwan-Urlaubs waren es jeden Tag über 35° C im Schatten. Durch unsere zahlreichen Asien-Urlaube sind wir hohe Temperaturen gewohnt, wir lieben das schwül-heiße Wetter in der Regenzeit und haben normalerweise keine Probleme mit solchen Temperaturen. Aber Taiwan war anders. Es war so heiß, ich kann es nicht in Worte fassen. Wenn wir mal draußen herumliefen, dann tatsächlich nur mit einem Regenschirm als Sonnenschutz und ansonsten versuchten wir uns in klimatisierten Räumen aufzuhalten, wie den unterirdischen Einkaufszentren in Taipeh.

Aber die beste Alternative ist immer noch ein erfrischendes Bad im Meer, oder? Jahahahaha. Das haben wir uns auch gedacht.

Grund 6: Strandurlaub auf Umwegen

Unser Hauptgrund in Taiwan zu stoppen, waren die wunderschönen Strände, die das Land bietet. Diese befinden sich in erster Linie an der Ostküste und im Süden.

Wie schon erwähnt ist der Osten aber eher wild, die Strände sind oft nicht zu erreichen oder haben soviel Strömung, dass Schwimmen nicht erlaubt ist. Daher haben wir uns den Süden für unseren geplanten, relaxten Strandurlaub ausgesucht. Hier gibt es viele, breite Strände, türkises Meer, eigentlich alles, was man sich wünscht. Das haben wir zumindest gedacht.

Wir hatten uns ein schönes Zimmer in Kenting mit Ausblick auf eben jenes Traummeer gebucht. Direkt vor der Tür ein traumhafter Strand. Aber man durfte nicht baden. Warum wussten wir nicht, wir vermuten aus Gründen des Naturschutzes oder weil es eine starke Strömung gibt? Allerdings war etwa 500 m weiter Richtung Westen ein großes, teures Hotel und dort war baden erlaubt. Ob da der Naturschutz aufhörte? Keine Ahnung, wieso, wir haben es nicht dorthin geschafft. Einmal versuchten wir hinzulaufen, aber der Weg ist in der brennenden Hitze und auf so heißem Sand echt lang und wir brachen unseren Marsch nach 200m ab. Ja, das hört sich schwach an, aber sobald die Füße den Sand ungeschützt berührten, weil er in die Sandale rutschte, war es so unglaublich heiß. Unsere Füße in Sandalen wollten einfach nicht mehr gekocht werden.

 

Den tollen Ausblick hatten wir aus dem 3.Stock vom Kenting Coast Resort. Mit dem waren wir sehr zufrieden, es war sehr sauber, die Angestellten freundlich und der Ausblick ein Traum. Mehr zu dem Hotel hier: Kenting Coast Resort*

Stattdessen fuhren wir zu verschiedenen Stränden im Umkreis von 10 km. Was wir vorher  nicht wussten, baden im Nationalpark Kenting ist grundsätzlich nicht erlaubt, was traurig ist, denn es gibt viele schöne Strände. Westwärts fanden wir einen Strand an der South Bay Recreation Area. Der Sand ist weich, der Strand ist breit, das Wasser sieht gut aus. Im Hintergrund steht in etwa 500 m Entfernung mehr oder minder dekorativ das Maanshan Nuclear Power Plant, genau, ein Atomkraftwerk. Aber das war in erster Linie ein optisches Problem.

Kenting National Park Strand
Einer der schönen Strände im Kenting National Park. Leider ist es nicht erlaubt ihn zu betreten (man beachte den Zaun im Vordergrund).

Erstes echtes Problem war wieder die Hitze, die ca. 50 m über den heißen Sand in Badelatschen waren hart. Zweites Problem: ohne Sonnenschirm ist es nicht zu ertragen, sich in der prallen Sonne aufzuhalten. Glücklicherweise gibt es viele Sonnenschirmvermieter, die sehr große Schirme mit einem Haufen Plastikstühle für umgerechnet 10,-€ am Tag vermieten.

Kenting National Park South Bay Recreation Area Beach Strand
Das war der Strand an dem wir badeten. Zu unserer rechten (nicht im Bild) ist das Atomkraftwerk. Das Wasser sieht ruhig aus, aber der Eindruck täuscht.

Aber mit den beiden Dingen konnten wir umgehen, richtig doof fanden wir, dass das Wasser sehr schnell sehr tief wird und es eine richtig starke Strömung gibt. Es war nicht möglich, Karl allein ins Wasser zu lassen und auch wir Erwachsenen mussten gegen das Wasser kämpfen, besonders wenn wir rein- und rausgingen. Das brachte nur wenig Spaß und war an allen Stränden, die wir testeten, dasselbe.

Positiv war, dass das Wasser eine echte Abkühlung war und es war sehr sauber. Aber als Badeurlaub für Familien ist zumindest die Gegend um Kenting nicht zu empfehlen.




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Grund 7: Das Gefühl im deutschen Asien zu sein

Unser siebter und somit letzter Grund, weshalb wir uns in Taiwan nie richtig wohlgefühlt haben, ist für uns am schwersten zu beschreiben. Um es kurz zu sagen: Wir fühlten uns dort, als würden wir in Deutschland sein, nur wärmer und einen Hauch asiatischer.

Das lag einerseits daran, dass Taiwan sehr aufgeräumt und kontrolliert ist. Sogar viel stärker als Deutschland.  Alles scheint perfekt aufeinander abgestimmt. Am Bahnhof wird man frühestens aufs Gleis (oder hinter die Schranke) gelassen, wenn der Zug in der nächsten Stunde abfährt. Als wir mit dem Schnellzug in den Süden wollten, waren wir etwas früher dort und wollten einfach in kühlerem Gefilde (die Hitze, du erinnerst dich vermutlich) warten. Aber wir durften nicht, das Ticket zum Durchlassen funktionierte erst eine Stunde früher. Also warteten wir vor der Schranke.

Irgendwann war es dann so weit. Wir setzten uns auf eine Bank und Karl hatte Hunger. Er bekam ein Brötchen von uns und keine zehn Sekunden später stand ein Aufseher neben uns, der uns klarmachte, dass Essen im Bahnhof nicht erlaubt ist. Auch bei Kindern gibt es keine Ausnahme. Einerseits verstehe ich dies, andererseits ist ein Bahnhof doch ein Platz voller Leben und gleichzeitig ein Ort, wo man viel Zeit verbringt und wartet. Dabei Hunger zu bekommen und zu essen ist nicht so unüblich, oder?

Witzigerweise durften wir im Schnellzug essen. Was man dort nicht darf, ist Krach machen. Karl schaute eine Kindersendung auf dem Handy und hatte es auf vielleicht 20 % Lautstärke. Wir versuchen immer unser möglichstes, um keine anderen Leute zu stören. Kurze Zeit später stand ein Schaffner bei uns und sagte, dass Krach nicht erlaubt ist und dass wir den Ton ausmachen sollen. Das taten wir natürlich und ja, ich verstehe, dass Geräusche im Zug stören, aber es war weder ein Ruhebereich noch war das Geräusch sehr laut. Wenn man eine Reihe hinter unserem Sitz stand, war es schon fast nicht mehr zu hören. Ach ja, telefonieren war wiederum erlaubt.

Insgesamt ist der Schnellzug top organisiert. Pünktlich auf Minute fährt er ein. Kommt er an seine Endstation, läuft jemand durch den Zug, sammelt den (eigentlich nicht vorhandenen) Müll ein und dreht alle Sitzbänke in die neue Fahrtrichtung. Die Klimaanlage funktioniert auch. Wenn ich mir das so durch den Kopf gehen lasse… dann ist Taiwan noch eine Nummer strenger und fünfmal besser organisiert als Deutschland. Oder bist du schon mal pünktlich mit dem ICE 500 km in drei Stunden gefahren, bei fast 40° Außentemperatur und funktionierender Klimaanlage? Und es gab für jeden feste Sitzplätze. Plus kostete das Ganze etwa 90,-€ für drei Personen. Karl hätte auch ohne eigenen Platz mitfahren können, aber mit fünf Jahren ist das für uns nur noch wenig praktikabel und wir investieren gern in einen Sitzplatz mehr.

HSR Zug Taiwan
Im Schnellzug nach Kenting. Der Sitzabstand ist phänomenal, die Klimatisierung toll und insgesamt war es ein hervorragendes Fahrerlebnis.

Nun wollen wir aber nicht meckern, dass Taiwan organisierter und teilweise strenger als Deutschland ist. Denn das ist eigentlich gar nicht unser Hauptpunkt. Unser größter Kritikpunkt ist die Mentalität vieler Taiwanesen.

Wenn wir von Reisen wiederkommen, sind wir oft geplättet über die Unfreundlichkeit oder auch nur die unfreundlichen Gesichter, die uns in Deutschland über den Weg laufen. Finster drein gucken ist eine deutsche Spezialität. Aber Achtung! Taiwan versucht uns dort Konkurrenz zu machen. Kaum zu glauben, oder?

Egal wo wir hinkamen, unser Lächeln wurde zu 99% nie erwidert. Wenn wir grüßten, zum Beispiel beim Betreten von Geschäften, wurde es nicht erwidert. Selbst auf Karl wurde nicht reagiert. Während in Neuseeland Karl immer mit einem Lächeln begrüßt wurde und sogar in Deutschland viele Menschen wohlwollend auf Kinder reagieren, passierte in Taiwan nichts.

Kleines Beispiel gefällig? Als wir nach einem Fußmarsch in der sengenden Hitze mit vollem Gepäck in die Autovermietung kamen, wurden wir angesehen und dann (ohne Begrüßung oder den Hauch Freundlichkeit) angeblafft, dass es nur ein Auto gibt, wenn man eine Reservierung hat. Nun die hatten wir natürlich und vermutlich hätten die Mitarbeiter das wissen sollen, denn soooo viele Europäer rennen da nun auch nicht zur angegebenen Zeit ins Geschäft. Zumindest waren wir die einzigen Kunden in der halben Stunde, in der wir dort waren. Auch dort gab es keine Reaktion, die Sympathie oder Freundlichkeit ausdrückte.

So ging es eigentlich nur. Es war sehr frustrierend. Wenn wir genau sind, fanden wir die Taiwanesen sogar unfreundlicher als die Deutschen. Wir fühlten uns fast nie willkommen. Ausnahme: In unserem Hotel waren die Rezeptionsangestellten sehr süß und hilfsbereit. Und in Taipeh waren die Menschen auch offener. Am ersten Abend holten wir uns Burger von „The Freen Burger“ direkt im Hauptbahnhof von Taipeh. Die Burger waren lecker und zu Hause stellten wir fest, dass die Mitarbeiterin auf die Tüte neben unserer Bestellnummer auch „Welcome to TW“ geschrieben hatte. Das fanden wir richtig süß und versöhnte uns ein wenig mit den grummeligen Menschen von Taiwan.

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Insgesamt war Taiwan für uns eine Enttäuschung. Wir hatten hohe Erwartungen, zumal dieses asiatische Land zu den unentdeckten Urlaubsländern westlicher Touristen gehört und wir gespannt waren auf unbekannten Terrain unterwegs zu sein. Vielleicht waren unsere Erwartungen zu hoch? Wir hatten vorher viel gelesen und das Gefühl es könnte ein Land für uns sein. Aber irgendwie passte es nicht. Wobei wir sagen müssen, dass wir mit den meisten Kritikpunkten hätten vielleicht noch umgehen können, aber dieses Nicht-Willkommen-Gefühl hat uns unsere Entspanntheit genommen.

Trotzdem wollen wir dir nicht von Taiwan abraten. Es gibt dort schöne Ecken, es gibt auch nette Menschen, man muss sie nur suchen. Vielleicht hätten wir Taiwan auch anders wahrgenommen, wenn wir vorher nicht im wunderschönen, überaus freundlichen Neuseeland waren? Wir können es nicht beurteilen, aber so wie geschrieben waren nun mal unsere Gefühle und das wollen wir auch nicht anders darstellen.

Warst du schon mal in Taiwan? Wie waren deine Erfahrungen? Wir freuen uns auf deinen Kommentar.

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Offenlegung Affiliatewerbung: * Links zu Partnerprogrammen. Bei einer Buchung über diese Links gibt es für uns eine kleine Provision. Für euch hingegen bleibt der Preis unverändert. Dieser Artikel wurde am 5.April 2019 veröffentlicht und aktualisiert.

Über Nina 166 Artikel
Nina liebt es zu reisen und die Welt auf Roadtrips zu erkunden. Mit ihrem Mann und ihrem Sohn hat sie schon viele fremde Länder und exotische Reiseziele in Europa und der Welt besucht. Aber auch heimische Gefilde wie die Ostsee und ihre Heimat in Schleswig-Holstein haben es ihr angetan.

27 Kommentare

  1. Wie spannend! Endlich mal ein Reisebericht, der es wagt, auch schlechte Erlebnisse anzusprechen und eben nicht vom Traumurlaub zu schwärmen 😉
    Ich bin gespannt auf die Reaktionen! Über Vietnam habe ich 2012 einen ganz ähnlichen Bericht geschrieben und bekomme darauf noch heute je zur Hälfte begeisterte Zustimmung und wütende Ablehnung …

    Liebe Grüße
    Jenny

    • Hi Jenny, danke für Deinen Kommentar. Ich bin auch gespannt. Taiwan Fans werden wahrscheinlich ihr Land verteidigen, was sie auch gern sollen. Uns hat es halt irgendwie nicht gefallen. Vielleicht war es nur die falsche Reise zu dem Zeitpunkt? Aber ich fand es wichtig diesen Artikel zu schreiben, denn wir wurden schon öfters angesprochen, wie es uns gefallen hat. Nun haben wir ausführlich Stellung bezogen. Trotzdem ist es nur unsere Meinung, wenn es jemand anders erlebt hat und sich dort wohl fühlt, freut uns das sehr. Viele Grüße, Nina

  2. Liebe Nina,

    vielen Dank für die authentischen Einblick in eure Reiseerlebnisse. Die Fotos sehen wirklich einladend aus, schade, dass ihr so blöde Erfahrungen machen musstet. Besonders das mit den Traumstränden finde ich sehr traurig. Wie erklärt man das dem Kind? Vor allem, wenn es keine weiteren Erklärungen gibt, warum das Schwimmen oder Betreten des Strandes verboten ist, finde ich komisch.

    Ich finde es super, dass ihr auch über eure negativen Erfahrungen / Erlebnisse schreibt. Ich finde das sehr authentisch. Leider gibt es so etwas viel zu selten und wenn wir es gleich zerrissen. Besonders wenn man wie ihr, bereits viel in Asien herumgereist seid, ist die geteilte Erfahrung wirklich interessant zu lesen. Auf dass die nächsten Reiseziele euren Erwartungen entsprechen werden!

    Liebe Grüße,
    Tanja

  3. Interessanter Bericht! Dass Euch das chinesische Frühstück nicht schmeckt, kann ich nachvollziehen. Aber es ist einfach normal, dass es in Taiwan chinesisches Frühstück gibt. Genauso wie es normal ist, dass man in einem Naturschutzgebiet nicht baden kann.
    Ihr kamt nach einem tollen Urlaub in Neuseeland nach Taiwan und habt das miteinander verglichen. Vielleicht ist das das Problem. Erwartungen und Realität stimmten nicht überein.
    Ich habe außerdem die Taiwaner bislang nur sehr freundlich erlebt. Schade, dass Ihr und Euer Kind nicht im Mittelpunkt ihres Interesses standet!
    Vielleicht solltet Ihr das nächste Mal nur nac Taiwan reisen und versuchen, nicht so viel zu vergleichen.
    LG
    Ulrike

    • Hallo Ulrike,

      vielen Dank für Deinen Kommentar.

      Du hast natürlich recht, es ist normal, dass in Taiwan taiwanesisches Frühstück gibt. Damit haben wir auch kein Problem, in Thailand essen wir auch Nudelsuppe zum Frühstück 😉 Blöd war eher, dass wir gar keine Lokale gefunden haben, in denen man irgendwas frühstücken konnte. Daher sind wir auf den 7-11 ausgewichen.

      Bei dem Naturschutzgebiet muss ich dir widersprechen. Kenting ist ein Nationalpark, kein Naturschutzgebiet und ich kann mich an kein Naturschutzgebiet erinnern, in dem wir nicht baden durften. Angefangen in Deutschland im Nationalpark Deutsches Wattenmeer, in Neuseeland in diversen Nationalparks oder auch in Amerika und Kanada. Von daher war es tatsächlich für uns eine Überraschung mit der wir nicht gerechnet hatten.

      Das wir in Taiwan nicht „im Mittelpunkt des Interesses“ standen, hat uns gut gefallen, denn das wollen wir gar nicht. Was wir angesprochen haben, ist dass einfach keine Reaktionen kamen, die auf jegliche Freundlichkeit schließen lassen. Wenn wir zum Beispiel in ein Geschäft gehen, grüßen, freundlich nicken, lächeln, vielleicht alles gleichzeitig und zwar in Richtung des Personals, dann finde ich es schon unfreundlich, wenn gar nicht reagiert wird. So als ob wir gar nicht da wären. So ging es auch auf dem Nachtmarkt oder im Restaurant. Wir haben gegrüßt, wurden entweder angeguckt bis wir sagten, was wir wollen, oder wir bekamen die Karte, ohne einen Ton zu sagen, hingelegt. Es mag sein, dass die Leute kein englisch sprachen, aber ein Nicken oder Lächeln ist schon eindeutig. Sowas fehlte uns aber völlig, bzw. kann ich an einer Hand abzählen, wo es erwidert wurde.

      Vermutlich hast du recht, wir vergleichen mit Neuseeland. Einem Land, in dem die Menschen unglaublich freundlich und offen sind. Allerdings ist mir solch ein Verhalten auf all meinen Reisen, und ich war in ca. 30 Ländern, noch nie in dem Ausmaß passiert. Unfreundliche Menschen gibt es immer mal. Aber das man die Freundlichen suchen muss, habe ich bisher noch nicht erlebt.

      Wenn es uns aber mal wieder nach Taiwan treibt, z.B.als Stopover mit China Airlines, werden wir dem Land aber wieder eine Chance geben.

      Viele Grüße, Nina

      • Liebe Nina,
        Das sind ja wirklich doofe Erlebnisse. Mit Kindern im Zug keinen Krach zu machen und nicht überall essen zu dürfen, ist tatsächlich eine ziemliche Herausforderung. Und manchmal ist es so, wenn man aus einem superfreundlichen Land in ein anderes kommt. Du kennst ja meine Erlebnisse in Panama. Dafür freut man sich dann umso mehr über die netten Gesten – bei mir war es die Taxifahrerin, bei dir die Burger-Verkäuferin.
        Für mich wäre allerdings schon die Hitze allein Grund genug, einen Bogen um Taiwan zu machen. Bei 30 Grad hört der Spaß auf, drüber liege ich nur noch flach. Ach ja und dass Baden nicht erlaubt ist in Naturschutzgebieten und Nationalparks lese ich auch zum ersten Mal. Das gilt in Mittelamerika nicht und auch nicht in Deutschland oder anderen europäischen Ländern.
        Ich habe mich ja rückblickend mit Panama ausgesöhnt. Das Reisen dort barg seine Herausforderungen, aber das hat soviele schöne Seiten, dass ich ihm seine Macken nachsehe ;-).
        Liebe Grüße
        Angela

  4. Schade dass es euch in Taiwan nicht gefallen hat. Aber ich kann andere Leser beruhigen, eure negativen Erfahrungen sind ehrlichgesagt größten Teils auf euch zurückzuführen und nicht auf Taiwan 🙂
    Natürlich respektiere ich eure Meinung, dennoch würde ich gerne Taiwan in einzelnen Punkten „verteidigen“, da ich einige Punkte wirklich komplett anders sehe 🙂

    1.) Es ist so grau
    Ich denke niemand wird das bestreiten. Im Gegensatz zu deutschen oder europäischen Städten scheint das Erscheinungsbild taiwanesischer Städter wirklich hässlich zu sein. Wenn man sich wirklich Zeit nimmt und in diese Städte eintaucht wird man jedoch schnell seine Meinung überdenken. Besonders die Sauberkeit und Bequemlichkeit taiwanesischer Städte vermisse ich so unglaublich.

    2.) Ehrlichgesagt verstehe ich diesen Punkt überhaupt nicht 😀 Ihr seid sicherlich die allerersten die den Verkehr in Taiwan zu langsam finden, glaubt mir!

    3.) Bekannter Nachtmarkt in Kenting. Der Nachtmarkt in Kenting ist bekanntlich eine „Touristenfalle“. Wie viele Leute leben denn in Kenting und Umgebung? Sehr wenige! 95% der Besucher des Nachtmarkts in Kenting sind Touristen, da ist es kein Wunder dass dieser nicht besonders authentisch wirkt.

    4.) Über die anderen 6 Punkte kann man vielleicht diskutieren, doch bei diesem liegt ihr, und wohl auch viele andere Taiwanreisende, leider sowas von falsch! Das Problem in Taiwan Restaurants zu finden ist einfach sowas von absurd! Es gibt wohl kein Land mit einer so großen Restaurant-Dichte wie Taiwan!
    Welches Problem Restaurants zu finden hattet ihr denn genau? Einen kurzen Blick auf Google Maps und ihr werdet zig Restaurants in eurer Umgebung finden! Dass ihr die „Schilder“ nicht versteht, dass verstehe ich nicht… Erwartet ihr die Taiwanesen schreiben ihre Restaurants auf Deutsch aus? Oder habt ihr nach einem „Asia-King“- „China-Imbiss“- oder sonst ein Schild gewartet?
    Dass ihr euch mit 7-11 durchschlagen musstet ist wirklich sehr sehr traurig zu hören. Klar, das Essen dort ist nicht ganz schlecht aber doch nicht vergleichbar mit richtiger taiwanesischer Küche. Dadurch habt ihr 90% eures Taiwan-Urlaubs verpasst, glaubt mir!
    Apropo Frühstück: Es gibt so viele Frühstücksläden in Taiwan…. Bäckereien, Sandwich-Läden, traditionelles tw Frühstück… wirklich schade!

    5.) Die beste Reisezeit in Taiwan ist Oktober bis März, mehr kann ich dazu nicht sagen

    6.) Das tut mir Leid für euch. Wir konnten damals in Kenting / Baisha problemlos Baden.

    7.) Dieser Punk ist wirklich unfassbar. Ich kenne keine Menschen die so freundlich sind wie Taiwaner. Ich gehe jedoch stark davon aus, dass ihr eigentlich gar keinen richtigen Kontakt zu taiwanesischen Leuten hattet, deswegen solltet ihr nicht über deren Freundlichkeit urteilen.
    Ich denke das war euer erster Aufenthalt in einem ostasiatischem Land? In Taiwan und anderen Ostasiatischen Ländern legt man sehr viel Wert auf Bescheidenheit. Vermutlicht habt ihr Taiwaner durch euer eventuell „dominantes“, „lautes“ Auftreten verschreckt?
    Besonders das mit dem Grüßen verstehe ich garnicht. Üblicherweise ist es in Taiwan folgendermaßen, wenn man einen Laden oder ein Geschäft betritt: Die Servicemitarbeiter / Bedienung begrüßen einen sobald man den Laden betrifft, gefolgt mit einem Lächeln und eventuell einer Verbeugung. Es ist üblich dass der Kunde diese Begrüßung höchstens mit einem Lächeln erwidert, jedoch nichts sagt. Der Servicegedanke in Taiwan ist viel stärker ausgeprägt als in Deutschland, weswegen ich eure Erfahrung nicht verstehe, bzw. es auf euch zurückzuführen ist.

    • Hallo Clemens,

      vielen Dank für Deinen Kommentar. Natürlich hat jeder seine eigene Sicht auf diese Dinge und dieser Artikel beruht auch nur auf unseren persönlichen Erlebnisse. Wenn es jemand anders empfindet, und da gibt es gewiss genug Menschen, dann freut uns das sehr.

      Was die Restaurantsuche angeht, so schreibst du ja selbst, dass es vermutlich vielen anderen Taiwan Reisenden ähnlich geht und das obwohl so eine große Restaurantdichte vorliegen soll. Ich weiß auch nicht, wieso wir solche Probleme hatten, denn wir haben die Augen aufgehalten und auch natürlich im Netz gesucht. Ansonsten kann ich nur sagen, dass wir natürlich nicht nach „Asia Restaurants“ Schildern geschaut haben. Wir sind oft in Ländern unterwegs, wo wir die Sprache nicht sprechen und vielleicht auch eine andere Schrift vorhanden ist, dort werden wir auch fündig und das in der Regel relativ einfach. In Taiwan war es anders. Und auch wenn du das für unfassbar hältst, so können wir trotzdem nicht behaupten, dass es uns anders ging.

      Zu Punkt 7: Im Ausland sind wir sehr zurückhaltend und höflich. Wir sind alles andere als laut, wir lächeln viel, nicken und sind sehr bescheiden und offen. Zusätzlich lernen wir einige Wörter der Landessprache um den Kontakt zu vereinfachen. Trotzdem stiessen wir in Taiwan auf Granit. Ja, es war unser erster Aufenthalt in einem ostasiatischen Land, aber wir waren schon in fast 30 anderen Ländern und besonders oft in Ecken, die nicht touristisch überlaufen sind und bisher hatten wir noch nie Probleme. Deine Einschätzung, dass die Taiwaner die freundlichsten Menschen überhaupt sind, können wir leider nicht zustimmen. In fast allen Länder, wo wir bisher waren, fühlten wir uns willkommener. Vielleicht hatten wir aber einfach nur Pech oder wir waren viel zu verwöhnt von der überschwenglichen Freundlichkeit der Neuseeländer und deshalb in Taiwan etwas desillusioniert?

      Wie dem auch sei, wir haben in dem Bericht unsere persönlichen Empfindungen wiedergegeben und können nur jeden ermutigen seine eigenen Erfahrungen zu machen.

      Viele Grüße, Nina

    • Ich kann dem nur zustimmen.
      „Wir wussten das nicht“…“Es war so heiß“…“Alles so grau“…Wenn man sich gut auf eine Reise vorbereitet, passieren viele der geschilderten Dinge erst gar nicht.

    • Ich finde den Bericht sehr interessant. Ich war noch nie in Taiwan, aber ich denke, wenn man sich noch intensiv auf ein Land vorbereiten muss, wäre das auch nichts für mich. Da schaue ich mich lieber an anderen schönen Orten dieser Welt um. Vielen Dank für euren ehrlichen Bericht.

  5. Ich kann mich Clemens nur anschließen. Ich verstehe eure Kritikpunkte nicht so ganz. Ich lebe seit 5 Monaten in Taipei und finde Taiwan klasse. Freundlichere Menschen gibt es kaum. In Kenting kann man sehr wohl baden. Im Oktober z. B ist es gar nicht heiß und man kann wunderbar das Land bereisen. Wenn man sich in Taipei auskennt, bleiben kulinarisch gesehen keine Wünsche offen. Der Nachtmarkt ist ja nicht das Einzige. Taiwan ist vielleicht nicht auf den ersten Blick ein Land, das dich in 10 Tagen umhaut. Man muss sich nur etwas mehr darauf einlassen. Dann erkennt man sehr viele Vorzüge und es gibt mindestens 7 Grpnde, dieses Land zu bereisen.
    Viele Grüße Claudia

    • Hallo Claudia,

      vielen Dank für Deinen Kommentar. Natürlich ist unser Artikel subjektiv und gibt nur unsere eigenen Empfindungen wieder. Wenn wir einen Text geschrieben hätten, wieso wir Taiwan so toll fanden, wäre es nicht ehrlich gewesen, da wir uns dort einfach nur richtig wohlgefühlt haben. Aber jeder fühlt dies anders und es freut mich sehr, dass es dir dort so gut gefällt. Wenn Du Lust hast, geben wir dir gern hier einen Platz, wo du einen Gastbeitrag schreiben kannst, weshalb du Taiwan so magst. Wir würden uns sehr darüber freuen.

      Viele Grüße, Nina

    • Ich kann mich dem auch nur anschließen!
      Es ist hier wirklich sehr schön in Taiwan ! Und verstehe die Kretik auch nicht so ganz. Die Gebäude sehen vieleicht nicht so schön aus aber die Sauberkeit und Sicherheit ist in Taipeh deutlich besser als in einer Deutschen Stadt und das ist mir wichtiger als die Kabel am Gebäude… Die Deutschen habe leider viel merkwürdig Maßstäbe meiner Meinung nach. Lieber Gewalt in der Stadt und krach im Zug bzw. die erst garnicht kommen und einen dreckigen Bahnhof, hauptsache mit 220kmh über die Autobahn mit einem Kind im Auto usw. Das ist Deutschland. Wenn man das möchte okay, ich finde es nicht so toll… Und deshalb gefällt es mir in Taipei auch so gut!
      Aber es ist auch mal gut eine andere Meinung zu hören, die ich aber nicht teilen kann.

  6. Hey Nina – das ist wirklich schade, dass euch Taiwan nicht so gut gefallen hat. Eure aufgeführten Kritikpunkte kann ich ebenfalls in keiner Weise teilen. Manche kann ich ansatzweise nachvollziehen, wenn versuche mir vorzustellen, dass ich quasi als völlig Ahnungsloser Taiwan betrete – dann kann einen sicher Manches befremden. Für den schnellen Strandurlaub zwischendurch ist Taiwan sicher nicht der richtige Ort – auf Taiwan muss man sich einlassen und versuchen, es in all seinen Facetten zu erleben. Ich hatte das Glück, mich lange mit der chinesischen Sprache und Kultur beschäftigen zu können, war schon oft in China, bevor ich das erste Mal nach Taiwan kam und sprach da bereits akzeptables Chinesisch. Trotz meiner vorherigen Erfahrungen mit dem festländischen China und vielen chinesischen Freundschaften hat mich Taiwan völlig überrumpelt – aber im positiven Sinne! Vielleicht lag es auch daran, dass ich auf einer anderen Ebene einsteigen konnte, als ihr – aber mich hat vor allem die ungeheure Freundlichkeit und Aufgeschlossenheit der Menschen beeindruckt – und diese einzigartige Kulturmischung aus traditionellen chinesischen Einflüssen (Konfuzianismus, Buddhismus und Daoismus) einerseits und der modernen japanischen, koreanischen und US-amerikanischen Popkultur andererseits. Allein unter den chinesischstämmigen Taiwanern gibt es zwischen den Minnan-Leuten und den Hakka große Unterschiede – und dann sind da auch noch die Ureinwohner mit ihren eigenen Gebräuchen. Ja, die Westküste habe ich auch
    Liebe wie ein einziges, nur durch gelegentliche Reisfelder unterbrochenes großes Stadtgebiet empfunden – die Ostküste ist da ganz anders. Es gibt wahnsinnig viel Beton auf Taiwan – Zeuge des frühen Wirtschaftsbooms in den späten 70er Jahren – die meisten Städte sehen dadurch nicht hübsch aus, aber auch da gibt es seit Jahren ein Umdenken. Ansonsten ist Taiwan aber geprägt von einer überwältigenden Natur – die Insel besteht ja zum großen Teil aus bewaldeten Bergen – da müsst ihr hin! Nicht nur, weil es dort selbst im Hochsommer klimatisch ungleich viel angenehmer ist – wer einmal die Bergwälder mit ihren bis zu 10.000 Jahre alten Baumriesen aus der Urzeit gesehen hat, wird dies nicht mehr vergessen. Auf einer der kleinen Inseln, die zu Taiwan gehören wie z.B. Green Island kann man eher einen klassischen Strandurlaub einplanen – mit Schnorcheln, heißen Quellen, Bootstouren und allem. Vielleicht gebt ihr der Insel nochmal irgendwann eine Chance – es lohnt sich! LG, Robert

    • Ich denke der wichtigste Punkt: Taiwan ist nicht wie andere Länder mit denen es hier verglichen wird, auf europäische Touristen ausgerichtet.
      Letztendlich sind alle Kritikpunkte (außer Wetter) darauf zurückzuführen, dass keine Vorbereitung auf den Urlaub stattgefunden hat.
      Es sollte hier ja auch nicht darum gehen, Taiwan zu verteidigen, auch kann niemand sagen dass euch Taiwan zu Unrecht nicht gefallen hat.
      Es sollte nur drauf hingewiesen werden, dass es zum Größten Teil an eurer Vorbereitung und evtl. falschen Erwartungen lag, dass euch Taiwan nicht gefallen hat.
      Wer einen „einfachen“ Urlaub sucht ohne sich viele Gedanken machen zu müssen, der wird in Thailand, Vietnam oder Neuseeland glücklich.
      Wer sich jedoch intensiv auf Taiwan vorbereitet, oder am Besten jemanden dabeihat der sich auskennt, dem garantiere ich einen schönen Urlaub, zu 100% 🙂

      • Hallo Clemens,

        vielen Dank für deine Rückmeldung auf unseren Artikel.

        Vermutlich hast du recht, dass Taiwan einfach nicht auf europäische Touristen ausgerichtet ist. Dem können wir gut zustimmen. Allerdings muss ich widersprechen, dass wir uns nicht vorbereitet haben. Ich habe mir sehr viele Berichte über Taiwan durchgelesen und habe dort teilweise auch ähnliche Kritikpunkte gelesen, wie wir sie vorbringen. Allerdings dachte ich mir auch, dass die Berichterstatter vielleicht einfach nicht flexibel genug waren oder ähnliches. Ich war dagegen vorher so sehr gespannt aufs Land, dass ich schon eine weitere Taiwan Reise im Hinterkopf in Planung hatte, denn insgesamt würde ich sagen, dass wir sehr flexibel sind und uns gerne total aufs Land einlassen und besonders touristenarme Regionen mögen. Aber in Taiwan hat es nicht geklappt, wir fühlten uns nicht wohl, vermutlich aus einer Vielzahl von Gründen, die zum Teil an uns, zum Teil am Land lagen.

        Deswegen wollen wir das Land niemanden madig machen, wir berichten nur über unsere persönlichen Eindrücke. Würden wir sagen, „alles war super und wir wollen sofort wieder hin“, wäre das nicht authentisch und letztlich ist es auch unser Anspruch zu sagen, wenn etwas mal nicht unser Fall war.

        Ich stimme dir aber auch zu, wenn man ein Land mit einem Einheimischen erkundet, wird es sowieso nochmal ganz anders und viel besser gehts vermutlich auch kaum.

        Von daher wünschen wir dir viele weitere tolle Reisen und wenn du magst, kannst du gern einen Gegenbericht schreiben, warum Taiwan der Hammer ist. Wir würden ihn auch veröffentlichen.

        Viele Grüße, Nina

  7. „Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit“
    Søren Kierkegaard.
    Das ist es, was mir spontan zu dieser ungewöhnlichen Reisebeschreibung einfällt.
    Und im Schatten Chinas ist Taiwan dabei sich als demokratischer und moderner Staat zu etablieren. Menschen, die in demokratischen Staaten leben, halten Freiheit oft für selbstverständlich. In anderen Teilen der Welt müssen sich Demonstranten einer lebenslangen Haftstrafe stellen, um die grundlegendsten Protest- und Wahlrechte zu erhalten. Deshalb wäre es vielleicht interessanter gewesen auch über das demokratische Taiwan zu berichten, das überall in Taiwan sichtbar ist. Es hat mich auf jeden Fall sehr beeindruckt.
    Und ich habe unglaublich gute und positive Erfahrungen mit den Menschen in Taiwan gemacht, so wie ich auch in Deutschland immer wieder auf sehr freundliche Menschen treffe.

    • Hallo Renate,

      vielen Dank für deinen Kommentar. Die Geschichte und die Politik von Taiwan und China gehören nicht zu unserem Fachgebiet, wir bleiben lieber beim Reisen und berichten über unsere Erfahrungen. Das das immer nur eine Momentaufnahme ist, ist uns klar, trotzdem möchten wir unsere Gefühle wiedergeben und nicht den Aufenthalt „schön schreiben“, damit wir keinen vor den Kopf stoßen.

      Es gab viele freundliche Menschen in Taiwan, aber wir haben auch sehr viele weniger freundliche getroffen. Das mag Pech gewesen sein, aber bleibt natürlich trotzdem hängen. Umso besser, wenn andere Reisende positiver berichten können. Das motiviert doch zu einem zweiten Versuch.

      Viele Grüße, Nina

  8. Hi ihr Reisenden,

    ich finde es sehr interessant wie ihr das empfunden habt. Und manchmal ist man einfach zur falschen Zeit am falschen Ort. Das kann passieren. Es wäre jedoch wirklich schön Taiwan eine 2.Chance zu geben und evtl woanders hin zu reisen.
    Meine Empfehlung dafür ist nach Taitung oder Hualien zu reisen und danach zum Alishan und Jadeberg. Kenting würe ich auslassen, oder wenn dann nur für 3 Tage zu machen.
    70% der Insel sind natürlich Naturschutzgebiet, daher kann es sein das es im Kenting Nationalpark auch automatisch Schutzgebiet ist.
    Badeurlaub muss man eher in Thailand machen finde ich und Taiwan ist da um kulinarisches und Landschaften kennenzulernen.
    Witzigerweise hat ein Freund von mir in Taiwan studiert, ein Deutscher, und er fand das irgendwann ätzend das alle immer so nett waren, deshalb wundert es mich. Aber wie überall auf der Welt gibt es beides. Und evtl habt ihr die wenigen Unfreundlichen Menschen kennengelernt die es in Taiwan gibt.
    Ich finde es aber schön wie ihr auf die zahlreichen Kommentare reagiert! Viel Spaß weiterhin beim Reisen.

    Eure Jenny

    • Hallo Jenny,

      du fasst es sehr gut zusammen. Es war einfach ein schlechter Zeitpunkt und mehrere Sachen sind zusammengetroffen, die uns den Aufenthalt vermiest haben.

      Wenn es sich ergeben würde, wie bei einem Stop-over, würden wir Taiwan wieder eine Chance geben und uns noch andere Ecken anschauen. Bisher ist nichts geplant, aber wir schließen es nicht aus.

      Viele Grüße und always good travels, Nina

  9. Hallo Nina
    Interessanter Bericht! Ich bin mit einer Taiwanesin verheiratet und war selber schon 10 mal dort. Ich bin seit meiner 1. Reise dorthin ein gr0ßer Taiwanfan und mag die Menschen und das Land sehr. Die Kritik kann ich aber schon tw. nachvollziehen und kann dazu gerne mal meine Erfahrungen dazu mitteilen.

    Grund 1: Grau in grau – es wird in Taiwan nicht viel Wert auf Optik gelegt. Die Funktion ist wichtiger. Sehr auffällig ist das in öffentlichen Hallenbädern: Becken und Wasserqualität sind in Ordnung und werden regelmäßig kontrolliert. Wand- und Decken verkleidungen fehlen tw.
    Grund 2: Der Straßenverkehr unterscheidet sich sehr stark zu Europa. Dort wird einerseits sehr deffensiv gefahren (lieber mal anhalten und überlegen) und andererseits aber auch wieder hektisch und unüberlegt. Im Süden ist der Verkehr im Gegensatz zum Norden eher ruhig.
    Grund 3: Nachtmarkt in Kenting: Für mich ist der Nachtmarkt in Kenting nicht representativ für Taiwan. Kenting ist mehr der „Ballermann“ für Taiwan`s Jugend.
    Grund 4: Restaurant`s in Kenting: Kenting ist eigentlich voller Restaurant`. Das typische asiatische Restaurant hab ich aber in Taiwan auch noch nicht gefunden. Typisch taiwanesisch sind aber – denke ich – die Restaurants wo man sich die Zutaten selbers raussucht und die dann vor den eigenen Augen zubereitet werden oder man die sich selber zubereitet. Persönlich gefallen mir die Zahlreichen japanischen Restaurants am besten.
    Grund 5: Das Klima im Süden von Taiwan ist tropisch: heiß und feucht. Entweder man liebt es oder man kommt damit nicht so gut zurecht. Ich denke für 80 – 90 % von den Deutschen ist das im Sommer zu heftig.
    Grund 6: Strandurlaub – Kenting ist eigentlich schon der richtige Ort. Allerdings ist südlich davon Naturschutzgebiet und Badeverbot. Persönlich habe ich aber den schönsten Strandurlaub in Taiwan auf den Penghu Inseln erlebt. Und zum Schnorcheln am besten nach Green Island oder Lanyu.
    Grund 7: Deutsches Asien: In Taiwan ist tatsächlich alles geregelt wie in Deutschland! Das hat natürlich die gleichen Vor- und Nachteile wie bei uns.
    Freundlichkeit: Eigentlich sind die Menschen in Taiwan eher sehr freundlich – Allerdings gibt es speziell im Süden sehr viele unfreundliche „Geschäftemacher“ die die Touristen abzocken wollen.

    Mit freundlichen Grüßen
    Peter

    • Hallo Peter,
      ich würde gerne von dir wissen, was wir in 4 Wochen alles machen könnten in Taiwan.
      Wir fliegen morgen nach Taipeh. Wir lieben Natur, Wandern, Fahrradfahren, Städte zwar auch, aber nur wenn es bisschen was Interessantes zu sehen gibt, keine der üblichen Touri-Attraktionen und HalliGalli. Wir kommen jetzt aus Bali, sind auf der ganzen Welt schon gereist. Bali hat sich leider in den letzten 40 Jahren komplett zum Schlechten gewendet. Nur die Menschen sind immer noch ganz extrem angenehm. Aber der Verkehr und die Vermüllung sind schon extrem.
      Das Wetter im Moment macht mir auch ein bißchen Sorgen. Hier in Bali regnets toujours seit Tagen. Ich hoffe, das ist an der Ostküste Taiwans nicht so schlimm.
      Viele Grüße
      Lee(aus München)

  10. Hallo Lee

    Ich würde euch die Inseln LanYu, Green Island und die Penghu Inselgruppe empfehlen. Die Ostküste und die Berge sind auch interessant. Die Nationalparks im Süden um Kenting sind auf jeden Fall sehenswert. Dort trifft man auch immer wieder auf wilde Affenfamilien. Meine Lieblingsstadt ist Kaoshiung.

    mfg
    Peter

  11. Hallo Tanja

    Vielen Dank! Ich geb gerne Tipps zu Taiwan. Wir fliegen im März endlich (nach 4,5 Jahren) auch wieder „nach Hause“. Diesmal nehmen wir an einem Triathlon teil und besuchen noch die letzte mir bisher unbekannte Insel im Norden. Dort werden wir (hoffentlich) Delphine sehen und danach noch eine Whisky Brennerei im Norden besuchen.
    Bin auch gespannt auf meine Familie und was sich in den letzten Jahren verändert hat!

    mfg
    Peter Engert

  12. Einer der schlechtesten Berichte, die ich je gelesen habe.
    Ich denke, dass euch nicht gefallen hat, liegt nicht an dem Land, sondern ganz einfach an euch selbst, euren überzogenen Erwartungen und dem fehlenden Gespür für andere Kulturen.
    Der Titel allein ist eine Frechheit. Ich hoffe einfach, dass niemand aus Taiwan das lesen muss. Und auch euer Versuch einer Sandwich-Methode von Kritik und Lob macht diese Bericht nicht besser sondern nervt. Ihr wollt nicht kritisieren, aber macht es dennoch!? Macht es doch mal konstruktiv 🙂 das fängt damit an, dass ihr ein Land, dessen Menschen und dessen Essen nicht mit anderen Ländern vergleicht… es ist nicht Deutschland, nicht Thailand und nicht Neuseeland.
    Naja… ich jedenfalls kann mich nur fremd schämen. Achso, ich wollte natürlich nicht kritisieren. Toll, dass auch „mal“ Negatives erwähnt wird… als wenn wir Touristen uns nicht eh schon immer über jede Nichtigkeit Beschwerden… oh man.

  13. Hört sich wie China Festland an, bis man merkt, dass die Leute im direkten Kontakt unfassbar nett und hilfsbereit sind und oft Angst haben ihr Gesicht zu verlieren wegen der Sprachbarriere.Wenn dann Deutsche Erwartungshaltung und leider oft auch Arroganz eintrifft,dann wundert einen nichts. Im Alltag schauen auch in China alle mürrisch drein,bis man in Kontakt kommt. Man hat oft den Eindruck,dass Touristen denken sie seien was ganz besonderes und müssten deshalb den roten Teppich bekommen. Dabei sind sie in entwickelten Ländern einfach nur eine Randerscheinung,da man nicht auf deren Geld oder Anwesenheit angewiesen ist.Auch so eine Arroganz westlicher Touristen vorallem in SOA zu glauben man sei hier jetzt der King und all eyes in me.

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