Urlaubsbilder – Realität oder Fake? Wir verraten euch die Wahrheit!

Sonnenuntergang bei Angkor vom Bakheng Tempel
Menschenmassen auf dem Phnom Bakheng Tempel

Vor ein paar Jahren sind wir für zwei Monate durch Thailand und Kambodscha gereist. Unser Sohn war damals ein Jahr alt geworden und wir waren beide in der Elternzeit. Auf Reisen entstehen meist viele Fotos, die in der Regel immer nur schöne, harmonische Motive zeigen. Aber steckt hinter diesen Urlaubsbildern auch immer die Wahrheit? Jein.

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Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte, oder?

Wie kommen wir auf das Thema? Durch Zufall haben wir den Aufruf auf dem Blog von Zeit.de entdeckt. Es ging darum eine Story hinter einem Urlaubsbild zu erzählen, nach dem Motto „Schöne Bilder, Scheiß Urlaub„. Da mussten wir doch gleich an unsere Zeit in Kambodscha zurückdenken, besonders an Angkor. Nein, die Reise war nicht schlecht oder furchtbar, aber auf so manchem Foto kommt das UNESCO Weltkulturerbe einsamer und idyllischer rüber, als es dann in Wirklichkeit ist. Also sind wir ze.tt gefolgt und haben mit einem Angkor-Bild und unserer Geschichte teilgenommen. Den Artikel findet ihr hier.

In dem Beitrag geht es um den Sonnenaufgang beim Haupttempel in Angkor. Das Internet strotzt vor romantischen Bildern in wunderschönen Farben. Im Hintergrund läuft vielleicht ein Mönch vorbei oder man sieht mal den einen oder anderen Touristen. Es kann aber auch ganz anders sein: Wenn man dann wie wir Pech hat, ist es wolkig und man steht ganz umsonst um 4 Uhr nachts auf, um dann ab 5 Uhr für 1-2 Stunden an einem kleinen Teich vor Angkor Wat mit hunderten anderen Touristen herumzustehen. Beruhigende Stille? Naja, wenn man ungern alleine ist, dann mag man das Geschnatter von vielen Menschen in sehr vielen unterschiedlichen Sprachen beruhigend finden, aber eigentlich ist es eher nervig.

Angkor beim Sonnenuntergang ist aber viel romantischer?!

Haha, ja klar. An unserem ersten Abend in Angkor haben wir natürlich auch die Sonnenuntergangs-Tour unternommen. Dafür kauft man abends die Eintrittskarten für den nächsten Tag und bekommt dann direkt noch Einlass, um den Sonnenuntergang zu sehen. Gesagt getan und ab ins Tuktuk, um zum passenden Sonnenuntergangstempel zu fahren.

Dieser liegt auf einem Berg. Ok, vielleicht ein höherer Hügel, aber für uns als Schleswig-Holsteiner-Flachlandtiroler ist das schon ein kleiner Berg. Damit wir den Sonnenuntergang nicht verpassen, haben wir dann auch einen Zahn zugelegt und sind im schnellen Tempo hochgelaufen. Ganz oben erwartete uns eine Treppe und dann waren wir auf dem Tempel Phnom Bakheng. Wenn man denn früh genug da ist! Wir hatten Glück, direkt nach uns wurde die Treppe geschlossen, da nur noch 300 Menschen gleichzeitig auf dem Tempel erlaubt sind.

Die letzten Stufen zum Tempel Phnom Bakheng
Die letzten Stufen und schon ist man auf dem Tempel Phnom Bakheng in Angkor
Phnom Bakheng von unten
Das ist Phnom Bakheng von unten, oben sieht man noch ein paar Touristen

Das ist bedauerlich für die Besucher, die umsonst hochgelaufen sind. Andererseits hat es auch wieder wenig Romantisches mit 300 Leuten auf einem Tempel zu stehen und auf den Sonnenuntergang zu warten. Wir waren recht enttäuscht, denn die Aussicht über die Ebene ist nett, aber nicht spektakulär. Teile des Tempels ohne Menschen zu fotografieren ist unmöglich. Schöne Urlaubsbilder gehen anders! Was uns aber gut gefiel, war die Aussicht auf die Tempel von Angkor in der Ferne. Diese ganzen Tempel sind, Menschenmassen hin oder her, einfach beeindruckend schön.

Hat man den Sonnenuntergang dann gesehen, geht es im Dunkeln zurück den Berg hinunter und ab nach Hause. Unser Fazit: Den Tempel kann man sich ansehen, aber lieber zu einer anderen Uhrzeit. Es gibt gewiss bessere Plätze, um den Sonnenuntergang in Angkor zu bewundern.

Menschen auf Phnom Bakheng bei Sonnenuntergang
Viele Menschen sitzen und warten auf einen spektakulären Sonnenuntergang auf Phnom Bakheng
Angkor Wat aus der Ferne
Aussicht von Phnom Bakheng auf Angkor Tempel. ABER: Der Tempel liegt im Osten und somit nichts für den Sonnenuntergang

Mit diesem Beitrag nehmen wir an der Blogparade von den Phototravellers teil. Schaut mal rein, dort gibt es noch mehr Blicke hinter die idyllischen Kulissen.

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Fazit zu den Urlaubsbildern und der Wahrheit dahinter

Natürlich wollen wir alle immer die schönsten Urlaubsbilder haben, teilweise wartet man ewig um ein Bild zu bekommen, welches den eigenen Vorstellungen entspricht. Daran ist nichts verwerfliches, aber als Betrachter sollte einem klar sein, dass besonders beliebte Touristenattraktionen nunmal gut besucht sind und daher meist weniger idyllisch sind, als es die Bilder ausdrücken. Aber gute Nachrichten: Wenn man sich nur etwas abseits der Klassiker bewegt oder der klassichen Spazierwege bei diesen Attraktionen, findet man meist genau die Idylle, die man sich gewünscht hat. Also lasst euch nicht mit den Maßen treiben, sondern probiert eure eigenen Wege. Dann wird es auch so schön, wie ihr euch das gewünscht habt.

Wo wart ihr schon, wo es in der Realität ganz anders war, als die Bilder es vermuten ließen?

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Offenlegung Affiliatewerbung: * Links zu Partnerprogrammen. Bei einem Kauf über diese Links gibt es für uns eine kleine Provision. Für euch hingegen bleibt der Preis selbstverständlich unverändert. Dieser Beitrag wurde zuerst am 15. September 2016 veröffentlicht und aktualisiert.

23 Kommentare

  1. So ist das leider bei vielen dieser „Weltsehenswürdigkeiten“. Zum Glück habe ich vor vielen Jahren schon einige abgeklappert. Angkor Wat leider noch nicht aber es gibt ja immer noch ein paar unterschätzte „Underdogs.Die Welt ist irgendwie „kleiner“ geworden, das Reisen leichter und mittlerweile für Nationen erschwinglicher die früher weniger unterwegs anzutreffen waren.

    • Ja das stimmt. Heute können sich viele Menschen reisen leisten und nutzen das auch. Was meistens ja gut ist. Menschenmassen sind nervig, aber noch schlimmer fand ich die Touristen, die in Angkor in abgesperrte heilige Räume gegangen sind und auf abgesperrte Türme geklettert sind, weil sie einfach gar nicht interessiert, was irgendwo angeschrieben steht.

      Nichtsdestotrotz ist Angkor megatoll. Es gibt sehr viele schöne ruhige Ecken.

  2. Jetzt bin ich gespannt auf den Sonnenuntergang, den ich hoffentlich nächstes Jahr genau dort erleben werde. Es wirklich großartig wie ihr als Familie reist und euer Sohn wird bestimmt viel lernen 🙂

    • Vielen Dank für die netten Worte. Das freut uns wirklich sehr. Vor der Reise gabs viel Kritik von der Familie, aber wir sind froh, dass wir es gemacht haben. Es war unvergesslich und unproblematisch. Unser Karl ist auch wirklich sehr pflegeleicht.

      Es wird dir bestimmt in Angkor gefallen. Trotz Touristenmassen am Sonnenaufgang und Sonnenuntergang finden sich viele menschenleere Plätze, die auch wunderschön sind. Wir haben unsere Reise dorthin nicht bereut und würden nochmal hinfahren.

  3. Interessante Eindrücke habt ihr da mitgebracht. Ich war leider noch nie dort. Wir waren mal in Palitana in Gujarat. Wenn ihr einen tollen Tempel besuchen möchtet, den fast niemand kennt… dann wär das meine Empfehlung!

    • Da musste ich doch glatt erstmal gucken, wo der Tempel ist.

      Indien interessiert mich wirklich sehr, aber bisher hatte ich immernoch zuviel Respekt vor der extremen Armut, den Krankheiten etc. Ich fand es in Kambodscha schon teilweise schwer, wenn ich die Armen gesehen habe. Ich hoffe, dass ich aber noch irgendwann nach Indien komme 🙂

  4. Die Bilder von Angkor Wat kommen mir sehr bekannt vor, also die Menschenmassen.

    Wobei wir damals viel Glück hatten und vom Guesthouse Besucher einen 3-Tages-Plan bekommen haben, um antizyklisch bei den Tempeln aufzuschlagen – und so waren wir tatsächlich fast überall alleine, auch bei den Sonnenaufgängen. Aber am Angkor Wat selbst war das natürlich nicht machbar, da war es dann vorbei mit der Einsamkeit 🙂

  5. Vielen Dank für den tollen Bericht. Jetzt bin ich wirklich froh, daß ich mir den Sonnenaufgang in Angkor gespart habe. Aber auch so war es dort teilweise echt schwierig, das perfekte Urlaubsfoto hinzubekommen.
    Aber ich mag trotzdem Urlaubsbilder, die die Realität zeigen – auch wenn sie dann doch nicht im Fotobuch landen 😉
    LG Ina

  6. Mittlerweile ist Photographen-Sightseeing eins meiner liebsten Hobby bei den ganzen hoch angepriesenen Sehenswürdigkeiten geworden. Ich frage mich dann immer, ob es sich überhaupt lohnt das zigtausendste Foto einer alten Ruine etc. zu machen und erhasche dann lieber Schnappschüsse von der ganzen Meute. 🙂
    Liebe Grüße

    • Hi Iris,

      unglaublich voll ist es dort, oder? Aber trotzdem ist der Tempel, die ganze Anlage atemberaubend. Definitiv eine der besten und schönsten Sehenswürdigkeiten der Welt.

      Dein Artikel hat wieder mein Fernweh dahin geweckt. Mal sehen, Anfang nächsten Jahres werden wir es hoffentlich auch schaffen ausführlichere Berichte zu unserer Reise zu schreiben.

      Viele Grüße, Nina

  7. Hallo Nina, ich habe Kambodscha ein wenig anders erlebt. Natürlich war in Siem Reap und den Tempelanlagen einiges los, aber es hat sich alles gut verteilt. Selbst die bekannteren Tempel waren nicht wirklich überlaufen, obwohl ich zur Hauptreisezeit da war. Aber was ist die Alternative? Den Menschen sagen, sie sollen zu Hause bleiben? Den Zugang reglementieren wie bei der Alhambra in Granada? Schwierig. Oder man muss selbst solchen beliebten Touristenzielen fernblieben und neue Pfade für sich entdecken. Was meinst DU? Liebe Grüße Alexandra

    • Hallo Alexandra,

      Du hast absolut recht, in Angkor war viel los, aber insgesamt verlief es sich gut. Es war insgesamt sehr angenehm, wobei wir mitten in der Regensaison da waren und in der Trockenzeit wird schon um einiges mehr los sein. Uns ging es bei den Bildern auch nicht darum zu sagen, dass Angkor schrecklich voll ist. Vielmehr geht es darum, dass man Bildern nicht immer glauben sollte. Es mag idyllisch und romantisch wirken, aber es ist halt nur eine Momentaufnahme, die nicht zeigt, dass es daneben megavoll ist und gedrängelt wird.

      Von daher, der Zugang sollte bestimmt in manchen Sehenswürdigkeiten reglementiert werden, aus Schutz fürs Gebäude und aus Sicherungsmaßnahmen für die Besucher. Aber das bezieht sich nicht nur auf Angkor. Und zu Hause bleiben ist natürlich gar keine Alternative. Reisen bildet, macht weltoffen und glücklich. Etwas besseres für die Seele finden wir zumindest schwerlich.

      LG, Nina

  8. Hallo Nina,

    vielen Dank für den tollen Artikel, ich mußte schon schmunzeln, als ich ihn gelesen habe, danke für die Wahrheit hinter den Fotos. Ich bin gerade bei der Recherche für Kambodscha auf Euren Artikel gestoßen und warte natürlich, dass ihr noch mehr veröffentlicht. Wir sind momentan in Vietnam mit unseren 2 Kindern unterwegs und werden wahrscheinlich in 2-3 Monaten Kambodscha unsicher machen. Vielleicht habt ihr ja noch Tipps vorab? Liebe Grüße Jackie

    • Hallo Jackie,

      vielen Dank für Deinen Kommentar 🙂

      Wir haben die Reise damals in einem alten, privaten Blog dokumentiert. Die Berichte werden wir hier noch integrieren, aber das dauert wohl noch etwas.

      Unsere Kambodscha Reise umfasste damals Battambang und Siem Reap. Leider hat uns Battambang erst gar nicht gefallen und daher haben wir beschlossen Kambodscha nicht weiterzubereisen und stattdessen zurück nach Thailand zu gehen. Heute glauben wir, dass Battambang gar nicht so schlecht war, aber wir hatten dort erstmal ein schlechtes Wetter und fühlten uns nicht wohl. Siem Reap hat uns megagut gefallen und wir würden Kambodscha nochmal eine Chance geben. Wenn du konkrete Fragen hast, melde dich gern nochmal per Mail, wir helfen dir gern weiter 🙂

      Liebe Grüße, Nina

  9. Hallo Nina,

    ja, von Einsamkeit ist da nicht viel zu sehen! Schon krass, was an einigen Spots abgeht… Aber klar, jeder will es sehen und erleben – genau wie wir ja auch 🙂

    Liebe Grüße
    Florian

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